Zunehmend mehr Versicherungsexperten gehen davon aus, dass sich das Bild der PKV in den kommenden Jahren ändern wird. Die Experten rechnen mit einer deutlichen Umstellung: Viele Versicherer werden ihr Angebot ausbauen und nicht mehr ausschließlich die klassischen Vollversicherungen anbieten. Stattdessen sollen Zusatzangebote auf den Markt kommen, die sich sowohl an PKV Versicherungsnehmer, als auch an Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung, richten.

Gleich zwei Gründe sprechen für diese Entwicklung. Beim ersten Grund handelt es sich um das fehlende Wachstum im PKV-Geschäft: Seit einigen Jahren ist festzustellen, dass das Wachstum stark nachgelassen hat. Vielmehr erfolgt eine Umverteilung, weil die Versicherungsnehmer innerhalb der PKV ihre Anbieter wechseln. Damit die Versicherer weiterhin wachsen können, müssen sie folglich mit neuen Angeboten aufwarten.

Beim zweiten Grund, der für zusätzliche Versicherungsleistungen spricht, die von den Versicherungsunternehmen in Zukunft auf dem Markt angeboten werden, handelt es sich schlichtweg um den aktuellen Bedarf. Insbesondere die Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung wünschen einen besseren Versicherungsschutz: Viele würden gerne wechseln, können dies jedoch wegen der geltenden Rahmenbedingungen nicht tun. Daher möchten sie Zusatzversicherungen abschließen, damit sie im Krankheitsfall eine bessere Behandlung in Anspruch nehmen können.

Der Bedarf, der auf Seiten der gesetzlich Versicherten besteht, ist in der Tat sehr groß. Denn weil die Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherung vollkommen leer sind, sieht sich der Gesetzgeber alle Jahre dazu gezwungen, den so genannten Leistungskatalog zu bearbeiten und die darin festgehaltenen Leistungen der GKV zu kürzen. Für die Versicherungsmitglieder bleibt dies nicht ohne Folgen: Zunehmend mehr Behandlungen können nicht mehr in Anspruch genommen oder müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.


 

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