Vor wenigen Tagen hat die Rating-Agentur Fitch ihre aktuelle Einschätzung für die Private Krankenversicherung (PKV) in Deutschland bekannt gegeben. Dabei schneidet die PKV nicht unbedingt sehr gut ab: Der negative Ausblick, den die Agentur erstmalig im Oktober des vergangenen Jahres vergab, wurde mit der neuen Einschätzung bestätigt. Fitch stuft die Entwicklung der PKV weiterhin negativ ein und begründet dies mit zwei wesentlichen Punkten, nämlich zum einen der stagnierenden Entwicklung der Mitgliederzahlen, zum anderen mit Spannungen, die an den Finanzmärkten auftreten.

Weil dieser negative Ausblick auch in zahlreichen Tageszeitungen veröffentlicht wurde, sind nun etliche Versicherungsmitglieder verunsichert und stellen sich die Frage, ob sie innerhalb der Privaten Krankenversicherung noch gut aufgehoben sind. Allerdings kann im Hinblick auf dieses Thema Entwarnung gegeben werden: Der negative Ausblick der Rating-Agentur ist zunächst einmal nicht schlimm. Es ist nämlich längst nicht so, dass die Anbieter privater Krankenversicherungen mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hätten: Alles in allem stehen die Versicherer immer noch sehr gut da.

Es ist zu bedenken, dass ein stagnierendes Wachstum für die Versicherungsunternehmen noch lange kein großes Problem darstellen muss. Die Private Krankenversicherung arbeitet kapitalgedeckt: Die Beiträge der Versicherungsnehmer sind so bemessen, dass finanzielle Rücklagen gebildet werden können. So gesehen geht es der Privaten Krankenversicherung wesentlich besser als der Gesetzlichen Krankenversicherung: Rückläufige Mitgliederzahlen, machen den Krankenkassen ernsthaft zu schaffen.

Mitglieder der PKV haben derzeit überhaupt nichts zu befürchten: Augenblicklich sind sie gut versichert, weil die Versicherungsunternehmen selbst bei einem Rückgang der Mitgliederzahlen immer noch kostendeckend arbeiten können – und die Spannungen, die an den Finanzmärkten auftreten, werden sicherlich nicht von Dauer sein.


 

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