Bis vor einigen Jahren erfreuten sich so genannte Schifffonds einer immens steigenden Beliebtheit. Zunehmend mehr private Anleger sind in dieses Segment eingestiegen, was bei Betrachtung der bisherigen Renditen auch nicht überrascht. Bei einem vergleichsweise geringen Risiko konnten gute Renditen eingefahren werden.

Doch mittlerweile ist die Situation eine vollkommen andere. Viele Privatanleger bereuen es, auf Schiffsbeteiligungen gesetzt zu haben. Grund sind immense Verluste, die einige Fonds eingefahren haben. Seit dem Beginn der globalen Wirtschaftskrise herrscht in der gewerblichen Schifffahrt ein besonders eisiger Wind. Wegen des Auftragsrückgangs mussten die Reedereien ihre Preise senken.

Heutzutage werden wieder erheblich mehr Güter mit Schiffen transportiert. Doch die Preise sind niedrig geblieben. Zum einen konnten die Reedereien die Preise nicht einfach wieder erhöhen, zum anderen werden immer mehr Schiffe gefertigt – besonders in Asien laufen fast täglich neue Containerschiffe vom Stapel.

Aufgrund dieser Entwicklung sind bereits mehrere Schifffonds ins Straucheln geraten. Bei vielen Anlegern geht nun die Angst um. Schiffsbeteiligungen tragen ihre Bezeichnung nämlich nicht umsonst: Die Anleger erwerben Anteile geschlossener Fonds, mit denen sie oftmals den Status von Unternehmern gelangen. Wegen der schlecht laufenden Geschäfte müssen einige Fondshäuser nun Gelder eintreiben, was für die Investoren letztlich bedeutet, Geld nachschießen zu müssen.

Privaten Anlegern, die sich für Schifffonds interessieren, kann daher nur zur Vorsicht geraten werden. Dies gilt auch für Fondsanteile, die günstig auf dem Graumarkt angeboten werden. Denn anders als bei offenen Fonds ist ein Verkauf der Anteile über den Markt nicht ohne weiteres möglich. Erst über den Graumarkt können Transaktionen getätigt werden. Viele Anleger nutzen diese Chance und scheinen dazu bereit zu sein, lieber jetzt mit Verlust auszusteigen, als noch einen größeren Verlust anzuhäufen. Ob sich der Kauf entsprechender Anteile lohnt, ist fraglich. Derartige Spekulationen können aufgehen, müssen es aber nicht.

 

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