Das morgendliche Aufschlagen der Zeitung verheißt im Moment nichts Gutes – zumindest was die Kreditinstitute der amerikanischen Immobilienwirtschaft betrifft. Seit einigen Tagen verschärfen sich zunehmend die Zeichen, dass einige der großen Hypothekenfinanzierer durch die Finanzkrise und den Zusammenbruch des Marktes unter Druck geraten sind. Neben Kursverlusten ist die US-Bankenaufsicht zu drastischen Mitteln gezwungen, wie der Fall IndyMac deutlich macht. Die Hypothekenbank musste ihre Geschäfte letzten Freitag aufgrund einer Liquiditätskrise an die Einlagensicherung übertragen. Der Schaden dürfte nach Meinung von Experten an die Grenze von acht Milliarden US-Dollar heranreichen. Damit holt die Finanzkrise zu ihrem nächsten Paukenschlag aus.

Denn auch Finanzinstitute, denen noch genügend Mittel für den laufenden Geschäftsbetrieb zur Verfügung stehen, sind in eine bedrohliche Schieflage geraten. Um betroffene Immobilienfinanzierer vor dem Kollaps zu retten, hat die US-Regierung ein Hilfsprogramm beschlossen. Ziel der Maßnahmen ist eine Stabilisierung und Beruhigung des Marktes, der in den letzen Wochen wieder zunehmend unruhiger geworden ist. Daneben soll das Vertrauen der Verbraucher in die amerikanische Finanzwirtschaft durch die Unterstützung aus Regierungskreisen wieder auf eine breitere Basis gestellt werden. Im Rahmen des Hilfsprogramms will das Finanzministerium Unterstützung in Form des Erwerbs von Anleihen der betroffenen Banken sowie einer Finanzspritze gewähren.

Sollten die Maßnahmen erfolglos bleiben und es hier ebenfalls zu Bankpleiten kommen, wäre fast die Hälfte der amerikanischen Immobilienkredite von einer neuerlichen Verschärfung der Lage betroffen. Neben Schadensbegrenzung bei einigen Kreditinstituten muss sich die US-Regierung aber auch um betroffene Hausbesitzer kümmern, die Opfer der Immobilienkrise geworden sind. Zu diesem Zweck hat der Senat eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, mit welcher mehreren hunderttausend Haushalten geholfen werden soll.


 

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