Financial graphs on the computer monitor

Die gestiegenen Immobilienpreise lassen zahlreiche Kaufinteressenten zögern. Einige meinen es könnte eine Preisblase entstanden sein, die in absehbarer Zeit platzt. Außerdem könnte die demographische Entwicklung zu einem Rückgang der Preise führen. Aber die Realität sieht anders aus: Mehrere Faktoren deuten auf einen anhaltenden Preisanstieg am Immobilienmarkt hin.

Einfluss der demographischen Entwicklung

Deutschlands demographische Entwicklung bereitet einigen Menschen große Sorgen. Mehrere Jahrzehnte lang war die Geburtenrate stark rückläufig. Zuletzt hat sie zwar wieder angezogen, doch insgesamt werden immer noch vergleichsweise wenige Kinder geboren. Die Folge dieser Entwicklung ist eine schrumpfende Bevölkerung.

Diese Entwicklung ließe sich im Hinblick auf den Immobilienmarkt so interpretieren, dass weniger Menschen mehr Raum zur Verfügung steht. Bedenkt man nun das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage müssten die Immobilienpreise auf lange Sicht sinken.

Warum Experten dennoch mit steigenden Immobilienpreise rechnen

Im Auftrag einer Stiftung hat die Universität Freiburg untersucht, wie sich die soziodemographische Entwicklung Deutschlands auf die Situation am Immobilienmarkt auswirkt. Die kürzlich veröffentlichten Studienergebnisse halten eine kleine Überraschung bereit. Die Wissenschaftlicher rechnen für die nächsten 40 Jahre mit weiterhin steigenden Preisen. Hierfür machen sie vorrangig zwei Faktoren verantwortlich.

Höhere Ansprüche: Seit Kriegsende sind bisher mit jeder neuen Generation die persönlichen Ansprüche gestiegen. Dies macht sich auch am Immobilienmarkt bemerkbar, d.h. die Menschen legen Wert auf mehr Lebensqualität und nutzen deshalb mehr Wohnfläche. Dieser Trend hält weiterhin an.

Remanenzeffekt: Darüber hinaus ist festzustellen, dass Menschen mit dem Älterwerden an ihren Objekten festhalten. Theoretisch sollte man meinen, sie würden sich mit der Zeit räumlich verkleinern, weil beispielsweise der Nachwuchs auszieht und somit ein bestehendes Einfamilienhaus zu groß ist. Doch genau dies ist nicht der Fall, stattdessen wird am großen Wohnraum festgehalten.

Ergänzend wird in der Studie auf den Trend zu mehr Singlehaushalten hingewiesen. Selbst wenn die Bevölkerung einer Gesellschaft nicht mehr wächst, kann der Bedarf an Wohnraum weiterhin zunehmen. Da immer mehr Bürger als Single leben, führt dies zu einer gesteigerten Nachfrage am Markt.

Regionale Situation an den Immobilienmärkten bedenken

Unserer Meinung ist es entscheidend, die Ergebnisse der Studie richtig zu interpretieren. Ein Punkt, der unbedingt im Hinterkopf behalten werden sollte, sind die regionalen Unterschiede. Seit Jahrzehnten erleben wir, wie sich die Urbanisierung auf die regionalen Immobilienmärkte auswirkt.

Die Menschen zieht es in die Städte, was vor allem den besseren Arbeitsmöglichkeiten geschuldet ist. Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen: In den Städten führt die hohe Nachfrage zu Wohnungsmangel und steigenden Preisen, auf dem Land stehen Objekte leer. Vor allem Kaufinteressenten müssen dies berücksichtigen. Wer z.B. in eine boomende Wirtschaftsregion ziehen möchte, hat folglich eher mit einem anhaltenden Preisanstieg zu rechnen.

Finanzielle Sicherheit dank Eigenheim

So manchen Kaufinteressenten dürfte dieser Ausblick nicht erfreuen. Zwar sind die Immobilienpreise in einigen Regionen gefallen, allerdings zieht es dort auch nur wenige Menschen hin. Die große Mehrheit der Käufer sollte daher mit einem anhaltend hohen Preisniveau oder gar steigenden Immobilienpreisen rechnen.

Trotzdem bzw. dieser Entwicklung kann ein Immobilienkauf sinnvoll sein. Immerhin gehen die Studienmacher von einem Preisanstieg aus, der die nächsten 40 Jahre anhält. Folglich dürfte in so mancher Region für die Immobilienpreise noch viel Luft nach oben bestehen. Da erscheint es sinnvoll jetzt bzw. zeitnah ein Eigenheim zu kaufen, anstatt noch Jahre lang abzuwarten und dann zu einem höheren Preis zu kaufen – einmal davon abgesehen, dass in der Zwischenzeit Miete gezahlt werden muss, was das Bilden von Ersparnissen nicht erleichtert.

 

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